Triathlon in Hamburg mit Marc
Oder: wenn sich dein Athlet nicht an den Zeitplan hält und sich der Fotograf zuviel vornimmt!
In meinem Artikel hatte ich ja schon angekündigt, dass ich am Sonntag den Marc beim Hamburg Triathlon über die olympische Distanz fotografisch begleiten wollte.
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich allerdings noch nicht, dass sein Startzeitpunkt um 7 Uhr morgens sein würde. Na prima!
Ich wusste auch nicht, dass es auch Triathleten gibt, die eine merkwürdige Selbstwahrnehmung ihrer Leistungsfähigkeit haben.
Zur Vorbereitung habe ich mir die Streckenpläne angeschaut und dann spannende Fotografieplätze entlang der Strecke gesucht und diese dann versucht zeitlich einzugrenzen, um Marc an so vielen Stellen wie möglich fotografieren zu können. Dafür habe ich mir natürlich vorab von ihm seine Einschätzung zu seinen möglichen Zeiten geholt und an meinem Fotografieplan angepasst. Großer Fehler von mir, denn er war in allen seinen Einzelzeiten viel schneller, als er mir vorher gesagt hat.
Begleitet und unterstützt wurde ich von Martin, der den frühen Startzeitpunk nutzte, um den Abend vorher ein bisschen feiern zu gehen, früh morgens nach Hause fuhr, sich ne Kanne Kaffee einflösste um dann durchgemacht aber fit und pünktlich an der Alster auftauchte. Respekt und wie ihr im weitern Verlauf lesen und sehen werdet, auch mein Glück!
Los ging es mit 1,5 Km Schwimmen durch die Binnen- in die Außenalster und zurück, anders als die Profis später, die publikumsfreundlich nur durch die Binnenalster schwammen.
Meine erste Enttäuschung war der Start. Gehofft und erwartet hatte ich ein fotofreundlichen Sprung vom Ponton, bekommen habe ich einen Wasserstart der Athleten. Fotografisch leider nicht so schön, aber dafür war morgens um 7 am Sonntag die Stimmung durch die Zuschauer schon hervorragend. Marc in diesem Gewusel zu finden wäre ein schöner Zufall gewesen, aber schöne Zufälle gab es für mich an diesem Tag wenig.
Meinem tollen Zeitplan folgend bin ich dann zur Lombardsbrücke gewandert und Martin mit unserer kleinen Fancrew zum Ausstieg am Hamburger Rathaus. Unser beider Plan war es, Marc beim Schwimmen zu fotografieren. Martin war erfolgreich, ich nicht! Mein Problem an der Lombardbrücke war der Umstand, dass die Athleten alle die gleiche Badekappe trugen und ich Marc einfach nicht erkannt habe, obwohl er mir gewunken haben will, wie er später sagte. Ich hätte heulen können, aber das wusste ich da ja noch nicht.
Weiter ging es dann mit 40 km Rad. Die Second Unit (Martin mit der kleinen Fanschar) fuhr rüber zu den Landungsbrücken und ich wanderte an den Wallringtunnel, den Einstieg in die Radstrecke. Bis hierher war mein Plan ja soweit prima, was ich nicht bedacht hatte, Marc schwamm nicht wie von ihm vermutet 30 Minuten, sondern "nur" 26 Minuten. Sportlich super aber für meinen Zeitplan reines Gift. Ich war zwar rechtzeitig an meinem 2. Standort, aber entweder war ich noch dabei mich "einzurichten" oder aber ich habe Marc beim fahren einfach übersehen. Mir sind zwar ein paar andere Bilder gelungen, aber kein Marc dabei.
Wie konnte es anders sein, Martin hatte an den Landungsbrücken viel mehr Glück und konnte ein paar klasse Bilder schießen.
In der Hoffnung, an den Landungsbrücken vielleicht auch noch fotografisch was zu bestellen, bin ich mit der Bahn vom Hauptbahnhof rübergefahren, um mir unter schadenfrohem Gelächter sagen zu lassen, das Marc schon vorbei war und für seine zweite Durchfahrt keine Zeit mehr war, wenn ich seine Ankunft in der Wechselzone fotografieren wollte. Also zurück zum Hauptbahnhof um festzustellen, das Marc sich schon auf der Laufstrecke befand. Das Ärgern hatte ich zu diesem Zeitpunkt aufgegeben und begann, mit Ironie und Sarkasmus zu kompensieren.
Ich habe Marc dann doch noch mal live Sport machen sehen, am Zieleinlauf zu dem mich Imke dankenswerter Weise, vermutlich aus Mitleid mitgeschleift hat. Damit ich an diesem Tag mal was "treffe". Aber hier die Bilder von Martin:
Für unsere Statistikfreunde: Marc wurde 647. von 2691 (Jedermann olympisch) in 2:35:36 Stunden und hat in den Einzelzeiten 26:21 Min fürs Schwimmen, 1:14:53 St. für Radfahren und 45:48 Min für das Laufen gebraucht. Meinen Respekt hat er!
Und die Moral von der Geschichte:
1. Sportlern ist nicht zu trauen, was ihre Leistungsfähigkeit angeht!
2. Weniger Shootingpunkte ist mehr gute Bilder!
3. Vorher mal anschauen wie Marc im Sportdress ausschaut, dann erkennt man ihn auch!
4. Immer Martin dabeihaben für gute Bilder!
Dank an Martin fürs Durchmachen Mitdenken, Imke fürs Mitschleifen, Volker und Nele fürs Mitfühlen und Marc fürs Mitmachen.
Ich mach jetzt wieder Studiofotografie!
In meinem nächsten Artikel werde ich euch noch ein paar Bilder von mir zeigen, denn alle Bilder in diesem Artikel sind von Martin!











Respekt vor solchen Leistungen kann ich da nur sagen. Ich habe mal im Allgäu gesehen wie die Jungs abgehen. Hammer sag ich da nur. Tolle Bilder und Inpressionen hast du da eingefangen Ollie. Glückwunsch dazu.
Gruß
Thomas
Na, da hast du ja einen tollen Sonntag gehabt
Ich persönlich finde die Phrase “Sport ist Mord” in diesem Fall sehr passend und bin gespannt auf deine Ausbeute dieses Tages. Und gut, das du trotz Frust nicht irgendwo direkt in ein Cafe eingekehrt bist und Sport hast Sport sein lassen
Respekt
LG
Andreas
du Thomas?
Schau doch mal meinen letzten Satz an… das sind gar nicht meine Bilder *heul* trotzdem danke für deinen Eintrag
cu ollie
Hi Andreas,
Ich habe anders “kompensiert” und ich hoffe ich kann das in meinem nächsten Beitrag transportieren. Die Aktion war das eine sehr geile “Teamarbeit”
cu ollie
Jetzt weißt Du, wieso es Sportfotografie heißt: weil der Fotograf mitunter genauso schwitzt wie der Athlet
Lieber Ollie, wie gut, dass Du in Deinem Urlaub und am Wochenende Deine Frustrationstoleranz trainierst. So kann Dich an Deinem Arbeitsplatz nichts aus der Ruhe bringen. Außerdem habe ich mich köstlich amüsiert.
Allerliebste Grüße Bianka
Ich glaube, Marc (übrigens Hut ab vor seiner Leistung!) nicht zu kennen, dennoch fand ich deine Ausführung zu dem Tag sehr gut! Und auf (d)eine ironische Weise sogar richtig witzig!
Natürlich ist es schade und für einen Fotografen wirklich sehr ärgerlich, wenn die geplanten Bilder nichts werden, aber, wie du ja auch bereits selbst geschrieben hast, lernt man aus solchen Erfahrungen und beim nächsten Mal machst du es dann perfekt! 
Liebe Grüße, Ellen.
PS: du überlegtest doch bezüglich einer neuen Sportart - Sportfotografie klingt da sehr interessant!
Hut ab vor solchen Leistungen.
Am besten finde ich den Satz “Ich mach jetzt wieder Studiofotografie!” xD
na, jetzt verstehe ich auch, warum es Fotografen zu geben scheint,
die ein Leben lang ihren Motiven hinterher laufen :o)
habe mich heute Morgen vor der Arbeit herzlich auf Deine Kosten amüsiert ;oD ..
damit Du das nächste Mal nicht überall einen Schritt zu spät dran bist,
stelle ich Dir großmütig mein Quad zur Verfügung
mit der Garantie zur richtigen Zeit am richtigen Ort anzukommen …
Hut ab an Marc und………… beim nächsten mal stellst Du dich schon vorm dem Start an einem Punkt zum fotografieren
dann haste ungefähr die Zeit, es sei denn Marc will dann alles gewinnen
Außenaufnahmen sind doch ne nette Abwechslung immer an der frischen Luft
@ Bianka: das köstlich amüsiert zieht sich wie ein roter Faden durch viele Reaktionen, soll ich darüber glücklich sein *grübel*
@ Ellen: schön, hab ich dir eigentlich schon gesagt das du am Freitag Konditionstraining hast *lächel*
@ Heike: den Rest deinen Kommentars werde ich noch mal weiterverarbeiten *zwicker*
@ mhmuggel: Klugscheißer *lach* aber danke für den Hinweis *grummel*
Also Ollie,
hier der versprochene Kommentar, damit ich endlich weiterlesen darf.
Klingt ja nach einer ermüdenden sonntagmorgendlichen Schnitzeljagd… ich glaube, Sonntag um die Zeit habe ich mich grad nochmal zum Schlafen hingelegt. :o)
Insofern ziehe ich den Hut vor so viel Elan.
Gelungener Blog-Eintrag (soweit die Blog-Jungfrau das beurteilen kann) für einen offensichtlich weniger gelungenen Tag! Aber die Sache mit dem Ich-schreib-was-hin-und-streiche-es-wieder-durch-Stil habe ich noch nicht so ganz begriffen. Aber gut, es hat seinen Zweck erfüllt und Kasi zum Grübeln gebracht.
Müden Gruß… und ich will jetzt weiterlesen!
Sportlich muss ich ja sagen: Ich wäre bereits beim Versuch da durch die Alster zu schwimmen, jämmerlich ertrunken. Das Durchqueren meiner Badewanne stellt meistens schon eine Herausforderung für mich da. Vor allem seit meinem Hexenschuss am Dienstag
Zum Fotografen: Ich sehe deutlich, dass Du das Schreiben schon fernab der “Und dann….” Klasse beherrscht. Das mit dem “zum rechten Zeitpunkt am rechten Ort” ist sicher noch ausbaufähig. Aber ich stehe eh mehr auf Dein anderes Projekt (”see2feel” oder auch “foto4fuck”): Da bin ich sicher, dass Du immer “zum rechten Zeitpunkt kommst”!
Die Seite finde ich (mal abgesehen davon, dass es ein Blog ist, die ich eher als Zeugs für Leute ohne Freizeitbeschäftigung ansehe) sehr knackig: Kurz und prägnant ohne viel Tamtam, so mag ich es! Das ich dann aber noch auf nen zweiten Blog stoße zeigt mir deutlich: Der Günter muss Dir mal mehr zu tun geben… oder Du schläfst nun noch weniger als ich… das würde mich allerdings richtig umhauen
Also: Fütter die Welt mit Deinem Output… we feed the world. Ansonsten müssten Deine Jugendlichen (und Kolleginnen) den ganzen Krams aus Deinem Kopf noch verarbeiten! So trifft es halt die zahllosen Singles, die vorm Rechner nach dem Glück suchen… ich sollte ich auch mal nen Blog eröffnen *griensverwegen*
Lach ich hab mal deinen komischen link ein bisschen angepasst… verrückter Vogel du!
danke für deinen Comment
Ich wurde zu diesem Kommentar genötigt !
Aber wenn ich schon kommentieren muss, fordere ich weniger Bekleidung für Triathlon Teilnehmer, dann lohnt sich der gute Fotograf auch mehr !
du warst böse *gg* aber danke für den kommentar